Schwangerschaft

Guter Hoffnung sein, in anderen Umständen sein, ein Kind/Baby erwarten, Mutterfreuden entgegensehen, Zuwachs bekommen und noch einige andere Phrasen beschreiben den Zustand einer Frau, die ein Kind unterm Herzen trägt. Doch was genau heißt das für Sie? Viele freuen sich, manche sind überrascht und einige müssen erstmal mit der Nachricht zurecht kommen. Eine Schwangerschaft geht mit vielen körperlichen, psychischen und sozialen Veränderungen einher. Wir im Geburtshaus haben Zeit und ein offenes Ohr für die Bedürfnisse schwangerer Frauen und bieten Ihnen eine einfühlsame und professionelle Begleitung von Anfang an. Von der Feststellung der Schwangerschaft, über Vorsorgeuntersuchungen nach den Mutterschaftsrichtlinien, Geburt, bis hin zum Ende der Stillzeit sind wir für Sie da und verfügen wir über ein breites Wissen, was unterstützend/lindernd oder auch aufmunternd für Mama und Kind und manchmal auch den Papas getan werden kann.

 

Vorsorgeuntersuchnungen

Ziele unserer Schwangerenvorsorge sind:

  • die Schwangerschaft in erster Linie als einen gesunden Prozess zu sehen
  •  Kompetente medizinische Versorgung zu gewährleisten
  •  Frauen in ihrem Selbstbewusstsein und in ihrem Vertrauen in den eigenen Körper  zu stärken
  • Frauen viele wissenschaftlich fundierte Informationen zukommen zu lassen, damit sie gut informiert entscheiden können
  • Frauen in ihren Entscheidungen zu unterstützen
  • Frauen auf ihrem individuellen Weg zu begleiten

Laut Hebammengesetz gehört die Schwangerenvorsorge ebenso wie die Geburtsvorbereitung , Geburtshilfe, Wochenbettbetreuung und Stillberatung zum Aufgabengebiet der Hebamme.

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) sieht die Vorsorge durch die Hebamme als optimale und risikomindernde Betreuung der gesunden Schwangeren an. So ist z.B. erwiesen, dass die psychosoziale Begleitung die Frühgeburtenrate senkt.

Was erwartet Sie in der Vorsorge durch Ihre Hebamme?

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  • Vorsorgeuntersuchungen nach den Mutterschaftsrichtlinien, hierzu gehört Kontrolle Fundusstandes (Höhenstand der Gebärmutter), Ertasten und Messen der Lage und Größe des Kindes, Überprüfung der Herztöne (bei Bedarf CTG), Feststellung der Fruchtwassermenge, Kontrolle auf Wehen (rechtzeitige/ vorzeitige), regelmäßige Blut- und Urinkontrollen, regelmäßige Blutdruck- und Gewichtsmessung, vaginale Untersuchung und Abstriche bei Bedarf. Ergeben sich bei den Untersuchungen Auffälligkeiten, überweisen wir Sie an Ihre/en Frauenärztin/arzt
  • Wir nehmen uns ausreichend Zeit für ein Gespräch und Fragen rund um die Schwangerschaft. Wir beraten auf Wunsch zur Pränataldiagnostik. Wenn Sie einen Ultraschall wünschen oder wir ihn für notwendig halten, überweisen wir Sie zu Ihrer/Ihrem Frauenärztin/arzt
  • Wir sind mit dem Einsatz von Medikamenten zurückhaltend. Bevor wir zu schulmedizinischen Medikamenten raten, geben wir Ihnen Empfehlungen zu Ernährung, Entspannung und Schonung. Wir setzen auch Mittel aus der Naturheilkunde ein wie Homöopathie, Akupunktur, Fussreflexzonenmassage und vieles mehr. Manche Beschwerden sprechen auch gut auf Körperarbeit/ gymnastische Übungen an.
  • Sie bekommen bei uns einen festen Termin, haben also keine Wartezeiten. Ihr Partner, Familienangehörige oder Freundinnen sind willkommen, Sie zur Vorsorge zu begleiten.
  • Sie können die Hebammen durch wechselnde Termine kennen lernen, die Sie ggf. auch unter der Geburt und im Wochenbett begleiten. Ebenso lernen wir Sie, Ihre Wünsche und Besonderheiten kennen, was uns wichtig für eine gute Begleitung ist. Auf Wunsch ist eine Betreuung in der Schwangerschaft auch durch nur eine Hebamme möglich.
  • Übrigens: Sie können alle Untersuchungen ganz nach Ihren Bedürfnissen zwischen Hebamme und Ärztin/Arzt aufteilen. Auch wenn Sie wegen einer Erkrankung in regelmäßiger ärztlicher Behandlung sein sollten, können Sie Hebammenvorsorge und –beratung in Anspruch nehmen. Wir haben gute Erfahrung mit dieser Form der Zusammenarbeit im Interesse von Mutter und Kind. Der Geburtsort spielt dabei für uns keine Rolle.Die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen werden von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 

Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden, Beratung

Unabhängig von den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen hat jede Schwangere die Möglichkeit, sich zusätzlich von einer Hebamme betreuen zu lassen.

Während der Schwangerschaft ist die Hebamme oft die wichtigste Vertrauensperson. Manchmal Bedarf es einfach eines offenen Ohrs und ein wenig Hiflestellung, um Probleme, die einen in der Schwangerschaft belasten, zu lösen. Durch unsere Erfahrung und unser Fachwissen haben wir ein großes Repertoire um die meisten Beschwerden, die einen in der Schwangerschaft plagen, zu lindern und geben Tipps, was Sie sich Gutes tun können.

Ihre Hebamme wird Sie individuell über gesunde Lebensweise, Ernährung und alle Fragen, die den Schwangerschaftsalltag und -verlauf betreffen, beraten. Alle Frauen, die dies wünschen und sich rechtzeitig anmelden, werden insbesondere bei körperlichen, seelischen oder sozialen Problemen betreut. Dazu gehören u.a. alle körperlichen Beschwerden (z.B. Rückenschmerzen, Sodbrennen, Wadenkrämpfe), aber auch ernstere Beschwerden wie Wassereinlagerungen oder vorzeitige Wehen. Zur Behandlung greift die Hebamme zunächst auf Mittel aus der Naturheilkunde wie Homöopathie, Akupunktur, Aromatherapie , Taping und vielem mehr zurück. Natürlich setzt sie aber auch, wenn notwendig, moderne Technik und Schulmedizin ein.

Neben diesen Hilfeleistungen können Sie weitere Gesprächstermine mit Ihrer Hebamme vereinbaren. Beratungsthemen können sein:

  • Ernährung
  • Lebensgewohnheiten
  • Sexualität in der Schwangerschaft
  • Geburtsvorbereitung
  • Wahl des Geburtsortes
  • Vorbereitung und Organisation des Wochenbetts, Ernährung des Neugeborenen
  • Probleme am Arbeitsplatz / Mutterschutzgesetz
  • Soziale und finanzielle Hilfen, Elternzeit
  • Weiterführende Hilfen bei besondere Belastungen

Die anfallenden Kosten für Hebammenbetreuung werden in voller Höhe von allen gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Jede Frau kann diese Begleitung in Anspruch nehmen. 

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Akupunktur

Die Akupunktur ist ein Teil der chinesischen Medizin. Dabei werden mit Hilfe von dünnen Nadeln Akupunkturpunkte, welche auf den Körpermeridianen liegen, stimuliert. Das Qi, unsere Lebensenergie, welche in den Meridianen fließt, wird dadurch bewegt und ggf. ein Stau beseitigt. Ursachen von Beschwerden liegen, nach der chinesischen Heilkunde, in einem Ungleichgewicht von Yin und Yang und einem gestörten Qi-Fluss. Nach einer Anamneseerhebung erfolgt eine ca. 20 minütige Behandlung. Teilweise können wir auch Dauernadeln zur Akupressur einsetzen. Je nach Akutheit der Beschwerde werden die Behandlungen verschieden oft wiederholt.

Akupunktur ist keine Kassenleistung. Wir berechnen 10 Euro pro Sitzung.

Akupunktur bei Beschwerden:

Zur Behandlung von Schwangerschaftsbeschwerden wie Rückenschmerzen, Wassereinlagerungen, Sodbrennen, Übelkeit, Kopf- und Nackenschmerzen und vielem Anderen mehr, kann die Akupunktur bereits nach wenigen Behandlungen Besserung oder sogar Beschwerdefreiheit erzielen.

Akupunktur zur Geburtsvorbereitung:

Durch die Akupunktur bestimmter Punkte am Bein, kann positiv auf die Reifung des Muttermundes und des Gewebes im Allgemeinen eingewirkt werden. Eine Lockerung wird erreicht, wodurch sich die Phase der Vorwehen und ggf. die erste Geburtsphase verkürzen kann. Außerdem wirkt diese Akupunktur stabilisierend für den Kreislauf und die Milchbildung nach der Geburt. Besonders ist sie für Frauen mit einem sehr straffen Gewebe, straffen Bändern und Erstgebärenden geeignet. Wir beraten Sie gern, ob die geburtsvorbereitende Akupunktur für Sie sinnvoll sein könnte. Die Akupunktursitzungen sollten dann ein Mal wöchentlich ab der 36.SSW statt finden.

 

Hilfe bei Steißlage zur Wendungsunterstützung

In der Schwangerschaft drehen sich die Kinder durch den Platz in der Gebärmutter immer wieder in verschiedene Positionen. Manche drehen sich recht früh mit dem Kopf nach unten. Gerade wenn es nicht das erste Kind ist, kann das aber auch erst sehr spät, manchmal sogar erst kurz vor der Geburt passieren. Falls sich Ihr Baby bis zum letzten Drittel der Schwangerschaft noch nicht gedreht hat, können wir versuchen Ihr Kind dabei etwas zu unterstützen. Wir nutzen dazu bestimmte Übungen, Homöopathie und auch Moxa (Erwärmung  eines Akupunkturpunktes am kleinen Zeh mit einer Beifüßzigarre, was eine stärkere Bewegung und ggf. Drehung des Babys bewirkt.)

Übrigens:

Babys können auch in Steißlage normal geboren werden, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Große Kliniken haben mit dieser Art der Geburt viel Erfahrung. Sie bieten Informationstermine ab der 35/36.SSW dazu an und besprechen mit Ihnen gern, ob die normale Geburt für Sie geeignet ist.  Auch eine Wendung des Babys von außen ist in vielen Fällen möglich.

 

Hilfe bei einer Fehlgeburt

Fehlgeburten geschehen häufiger als allgemein bekannt ist. Die Dunkelziffer der nicht erfassten Fehlgeburten scheint sehr hoch zu sein; man vermutet sogar ein Verhältnis von zwei Aborten zu einer Geburt.

Als eine Fehlgeburt oder auch einen Abort bezeichnet man eine Geburt in einem Schwangerschaftsalter, in welchem das Ungeborene außerhalb des Mutterleibes noch nicht überleben kann und somit vor oder während der Geburt stirbt oder durch eine Fehlanlage oder Erkrankung in der Gebärmutter verstirbt.

Manchmal handelt es sich um einen sehr frühen Moment, in dem die Mutter selbst noch nicht weiß, dass sie schwanger ist; manchmal hat vielleicht die erste große Freude schon eingesetzt, und dieses Ereignis kommt wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Der Verlust kann für die Familie sehr schmerzhaft sein.

Auch bei einer Fehlgeburt können Sie Hebammenhilfe in Anspruch nehmen. Die Kosten für die Hebammenhilfe bei und nach einer Fehlgeburt werden von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Von Beginn der Schwangerschaft an darf die Hebamme der Frau zur Seite stehen, sowohl vor, während als auch nach dem traurigen Ereignis. Der Umfang der benötigten Leistungen ist von Frau zu Frau verschieden, je nach ihren persönlichen Bedürfnissen. Diese können reichen von einem Beratungsgespräch über stattfindende körperliche Veränderungen und deren Bedeutungen, gesetzliche Bestimmungen zur Bestattung, Bestattungsritualen,  über die Begleitung bei der Geburt bis zur evtl. benötigten Hilfe beim Abstillen. Sie können ebenso regelmäßige Hausbesuche in den Tagen nach einer Fehlgeburt in Anspruch nehmen.

Da die Hebammenarbeit immer der Schweigepflicht unterliegt, ist es für uns selbstverständlich, dass die Leistungen und Gespräche vertraulich behandelt werden.

Sie erreichen uns Hebammen telefonisch oder persönlich während unserer Hebammensprechstunden (Ist das Telefon nicht besetzt, gibt Ihnen unser Anrufbeantworter immer die Telefonnummer einer diensthabenden Hebamme bekannt.) oder Sie wenden sich an unser Geburtshausbüro.

 

Anmeldung

Wenn Sie Interesse an einer Schwangerenvorsorge, Beratung oder Hilfe in der Schwangerschaft durch die Hebamme haben, setzen Sie sich, telefonisch oder persönlich über das Geburtshausbüro oder die Hebammensprechstunde zur Terminvereinbarung in Verbindung. Unsere Räume und Angebote können Sie auch gern über unseren Infoabend kennenlernen.

 

Haushaltshilfe in der Schwangerschaft/ nach der Geburt

Sollten Sie in den letzten Wochen der Schwangeschaft den Haushalt nicht mehr führen können sowie in den ersten Wochen nach der Geburt, steht Ihnen nach § 24 SGB V eine Haushaltshilfe zu, wenn Ihr Partner keinen Urlaub nehmen kann. Die Kassen übernehmen dafür die Kosten. Frau Giese, unsere Hauswirtschaftsmeisterin, unterstützt Sie dabei gern und bringt wieder Frische und gute Laune in Ihren Haushalt. Fragen Sie einfach über unser Büro nach ihr.